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Name ist nicht Schall und Rauch - Nomen est omen

Heinrich und Konrad, Johannes und Margarete, Friedrich und Maria – auf diese Namen wurden im Mittelalter die Kinder getauft. In der Umgangssprache wurden daraus Hinz und Kunz, Hänsel und Gretel, Fritz und Mariechen. Namen von Heiligen hatten Namen germanischen Ur- sprungs wie Gundolf und Siegfried, Edeltraud und Brun- hilde abgelöst. Im 17. Jahrhundert kam der Brauch auf, die Vornamen der Taufpaten hinzu zu setzen. Auch erhielten getaufte einen Taufnamen, Mädchen den Namen Anna, der Mutter Marias und Großmutter Jesu, und Jun- gen den Namen Johann(es), in Erinnerung an Johannes den Täufer. Daraus wurden später die zusammengesetz- ten Vornamen Anneliese und Annemarie oder Hans-Jür- gen und Hans-Dieter usw oder Familiennamen wie Hann- appel. Auch setzte man den Namen der Muttergottes hinzu, selbst bei männlichen Täuflingen vgl. Rainer Maria.

Mundartlich wurden aus Hans-Georg Hanjer, in Oberhessen eine Sammelbezeichnung fĂĽr einen wenig gebildeten Bauern, oder aus Annemarie Annemie, aus Anneliese Annelie, aus Josef Sepp oder Jupp, aus Sebastian Basti und Wastl.

Das Trienter Konzil legte 1563 fest: „Der Pfarrer möge dafür sorgen, dass den Kindern keine anstößigen und lächerlichen Namen gegeben werden oder gar solche, die den Sagen entnommen wurden. Stattdessen sind die Namen von Heiligen vorzuziehen.“

Der Name des Tagesheiligen wurde zum Taufnamen. Der Namenstag war der Geburtstag. Später als das wieder auseinander fiel, blieb der Namenstag insbesondere in vielen katholischen Landstrichen wichtiger als der Geburtstag. Der Todestag eines Heiligen gilt als der „Geburtstag zum Himmel“ und wird darum in einem Heiligen- kalender unter dem Datum des Todestages aufgeführt.

Auch wenn der Namenstag ein vor allem katholisches Fest ist, so gibt es in der evangelischen Kirche auch einen „Namenskalender“. Immerhin die Hälfte der Gedenktage ist in beiden Konfessionen gleich. Katho- lische und evangelische Christen kennen den Martinstag und den Johan- nestag, und die Eisheiligen (11. bis 15. Mai) lassen wie die Bauernregel

         Pankrazi, Servazi und Bonifaz                                                      sind drei frostige Bazi.
          Und zum Schluss fehlt nie
          die Kalte Sophie.                                                   

andeutet, die kälteempfindlichen Pflanzen aller Christen leiden.

Wer wissen möchte, welcher Heilige für seinen Geburtstag steht, schaue im In- ternet nach unter www.heilige.de und www.wikipedia.org mit Stichwort Vorname und dann männlicher oder weiblicher Vorname oder lass dort nach- schauen.